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REISEBERICHTE
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Einsatz Mai 2018

Einsatz Mai 2018


Teilnehmer : Viola Batz, Ulrich Markmiller



Primär ist der Eisatz geplant um den im März 2018 installierten 3-D-Volumentomographen in Betrieb zu nehmen und Dr. Alem in die Untersuchungsabläufe und die Befundung einzuweisen.

Zwei Rundum-Bleischürzen ( für Kinder und Erwachsene ) mit einem Gewicht von zusammen ca. 18 kg haben wir im Gepäck dabei. Dass dies Schwierigkeiten bei der Einreise in Asmara machen könnte hatte ich geahnt, da beim Durchleuchten des Koffers nur „schwarz“ zu sehen ist. Natürlich müssen wir den Koffer beim Zoll öffnen und die Schürzen auspacken. Offensichtlich hatte man so etwas noch nicht gesehen. Zum Glück ist Adem schon da um uns abzuholen und ins Hotel zu bringen. Er ist bei allen Offiziellen bekannt und ihm gelingt es schließlich, die Dame vom Zoll davon zu überzeugen, dass es sich nicht um kugelsichere Westen handelt.

Um 04:00 Uhr sind wir schließlich im SunShine Hotel.

Nach mehr als zwei Jahren „auf der Baustelle“ komme ich wieder einmal zum Operieren - und das auch noch im neuen OP-Zentrum. Währenddessen kann im Eingriffsraum in der Ambulanz parallel dazu operiert werden.

Die Triage der von Dr. Alem „gesammelten“ Patienten findet wie üblich am späten Vormittag des Ankunftstages statt.

Entsprechend meinem bevorzugten oprativen Spektrum hatte mich Alem schon auf eine Liste mit mehr als 30 Patienten mit schweren meist traumatischen Nasendeformitäten vorbereitet. Meist Zustand nach Trauma vor Jahren ohne anschließende ärztliche Versorgung. Die Nasenatmung ist bei allen Patienten massiv behindert bis aufgehoben

Schon die Freilegung und Identifikation der Strukturen an der Nasenspitze ist eine Herausforderung. Das Crus laterale des rechten Flügelknorpels fehlt und kann aus dem oberen Anteil der linken Seite rekonstruiert werden. Eine Rekonstruktion aus Ohrknorpel ist nicht erforderlich.


Die externe Schiene erscheint etwas asymmetrisch, da der rekonstruierte rechte Nasenflügel durch Aufbringung einer weichen durchgreifend fixierten Folie von innen und aussen stabilisiert wurde.

Wir legen fest, jeden Tag zwei Rhinoplastiken zu operieren. Mehr ist bei der Komplexität der Fälle kaum drin, zumal auch das Instrumentarium nicht doppelt vorhanden ist und nach jedem Eingriff neu bereitet und sterilisiert werden muß.In den meisten Fällen läuft es auf eine offene Rhinoplastik mit externer Präparation des Septums hinaus.

Um dabei soweit möglich auch ausbilden zu können sind die jungen Kollegen Amanuel (hier mit Zakarias in der Funktion der OP-Schwester) und Weldemichael Im Wechsel zum Assistieren eingeteilt.



Eine Ohrdeformität (Tassenohr), ein Tumor im Naseneingang bei einem 4-jährigen Mädchen , mehrere Basaliome und einige

Notfälle aus der Ambulanz (z.B. Tränensackabszess) kommen zwischen den Rhinoplastiken oder anschliessend auf‘s Programm.




4 jähriges Mädchen mit kugeligem Tumor im linken Naseneingang

Da Der Tumor breit am Septum gestielt war musste mit einem Teil der Tumorhaut die Wundfläche am Septum gedeckt werden. In einem zweiten Schritt soll in etwa einem Jahr der Naseflügel nach vorn und zur Spitze verlagert und der dahinter entstehende Defekt mit einem Composite-Graft aus der Ohrmuschel gedeckt werden.


Tränensackabszeß

Vor etwa 2Jahren Jahren hatten wir für verschiedene Operationen die Instrumententische komplett gerichtet und fotografiert und die Fotos in einem Ordner abgeheftet. Das jeweilige Instrumentarium wurde dann in extra dafür neu beschaffte Container mit verschieden -farbigen Deckeln eingeornet (z.B. gelb für Nase u. NNH, grün für Weichteiloperationen, rot für Mittelohreingriffe). Soll also beispielsweise ein Septum operiert werden suche ich einen Container mit gelbem Deckel und entsprechender Beschriftung und habe mit einem Griff das Basis-Instrumentarium für diesen Eingriff.

Da verschiedene Operateure unterschiedliche Instrumente favorisieren wurden solche Extra-Instrumente sterilisiert und einzeln eingeschweisst in einem Extra-Container aufbewahrt. Von diesem durchdachten System ist jetzt praktisach nichts mehr übrig ! Aus verschiedenen Containern muß das Instrumentarium zusammengesucht werden. „Kleinigkeiten“ wie Septumschienen, externe Schienen u. a. habe ich mitgebracht.

Im Bettenhaus sind jetzt sind fast alle Zimmer und Betten belegt. Man sieht, dass die Schwestern Station und Patienten gut im Griff haben, Flure und Zimmer sind sauber und gepflegt.

Und dann sehe ich am letzten Tag einen Patienten wieder, dem ich vor ca 2 Jahren in Lokalanästhesie unter mikroskopischer Kontrolle ein riesiges Basaliom im Mittelgesicht entfernt hatte. Die histologische Untersuchung durch Prof. Hartmut Lobeck hatte eine in sano Resektion des Tumors gezeigt.

Aus verschiedenen Gründen war eine sofortige plastische Deckung nicht möglich, deshalb wurde der Defekt durch Adaptationsnähte verkleinert, mit Mepitel-Folie abgedeckt und Alem zur Weiterbehandlung übergeben.

Während des Unabhängigkeits-Krieges gegen Äthiopien hatte Alem in Lazaretten an der Front große Erfahrung in der Kriegschirurgie und im Wundmanagement gewonnen. Unter ihrer Behandlung hatte sich die große Wunde spontan bereits völlig verschlossen. Lediglich eine kleine Narbe stört den Patienten noch. Wenngleich es nicht unbedingt nötig erscheint, werde ich die Narbe korrigieren.

Aus unerfindlichen Gründen ist die ursprüngliche Markierung der Op-Tische und damit die optimale Positionierung des Tisches zum Decken-Mikroskop und den OP-Leuchten verändert worden. Das lässt sich aber leicht korrigieren. Auch wenn noch nicht alles komplett ist macht es doch schon jetzt Spass, im neuen OP-Zentrum zu operieren.

Die Edelstahl-Arbeitsplatten und Regale für den Steri-Raum, ein Schuhregal für die Umkleide und einiges andere mehr befindet sich derzeit noch im Container auf dem Roten Meer und soll im Juli von Charly und Jens montiert werden.

Alle Operationen verliefen ohne Komplikationen und den Patienten geht es gut. Es ist beruhigend, zu wissen, dass die Nachbehandlung bei Alem, Simon und den jungen Kollegen in guten Händen ist.

Einen freien Tag gönnen wir uns und begleiten am Mittwoch Martin Zimmermann und Uli Deutsch vom Eritrea Hilfswerk nach Dekemhare, ca. 50 km südlich von Asmara.

Viola ist zum ersten Mal in Eritrea und freut sich, etwas vom Land und den Leuten sehen. Die Fahrt mit dem Pickup ist interessant und bringt fotogene Ausblicke auf die landwirtschaftlich intensiv genutzte hügelige Gegend südlich von Asmara. Soweit man sehen kann sind die fruchtbaren schwarzen Böden frisch gepflügt und warten auf die bevorstehende kleine Regenzeit. Dann wird hier die Natur „explodieren“ und schlagartig alles grün sein.

Wir besuchen die Dentalstation des Krankenhauses, die das Eritrea Hilfswerk vor einem Jahr mit zwei modernen Behandlungseinheiten ausgestattet hat. Ein junger Zahnarzt, der offensichtlich gut ausgebildet und motiviert ist begrüßt uns und demonstriert uns gerne während der laufenden Sprechstunde die Funktion der neuen Behandlungseinheiten und die dadurch optimalen Arbeitsbedingungen. Die Nachhaltigkeit dieser Investition liegt auf der Hand.

Zur Untersuchung mit dem DVT hat Alem 35 Patienten gesammelt. Viola wird jeden Tag 10 -12 Untersuchungen durchführen und dabei Alem im Sinne von learning by doing intensiv in die Handhabung des Gerätes, die Positionierung des Patienten und den Anblauf der Untersuchung einweisen.


Eine Verbleiung des Untesuchungsraumes konnte bisher nicht vorgenommen werden. Das benötigte Material befindet sch noch im Container auf dem Seeweg nach Asmara.

Im Vergleich mit konventionellem Röntgen oder CT ist die Strahlenbelastung beim DVT deutlich geringer. Es gibt Berechnungen, wonach jenseits einer Ziegelsteinmauer deutscher Bauart bei einer Wanddicke von 12,5 cm keine Strahlung mehr messbar ist. Die mit eritreischen Ziegelsteinen gemauerten Wände der HNO-Klinik sind mehr als 20 cm dick, sodaß eine Verbleiung eigentlich nicht nötig sein sollte. Diesbezügliche Messwerte gibt es jedoch nicht. Um bei unseren eritreischen Partnern erst gar keine Zweifel aufkommen zu lassen, werden bei dem geplanten Einsatz im Juli die Handwerker um Charly Seibert den Bleischutz montieren. In der Zwischenzeit müssen wir improvisieren. Es können Untersuchungen durchgeführt werden, wenn sichergestellt ist, dass sich in der unmittelbaren Umgebung des Raumes keine Personen aufhalten und die Untersuchung aus größerer Entfernung ausgelöst wird. Hierzu haben wir ein entsprechend langes Kabel mitgebracht.

Im Anschluß an das OP-Programm, am Nachmittag vor unserem Rückflug, gehe ich mit Alem die DVT-Aufnahmen aller untersuchten Patienten durch und wir nehmen gemeinsam eine exakte Befundung vor. Die Ergebnisse werden handschriftlich in die Patientenakten eingetragen.

Der wichtigste Zweck unserer Reise ist erfüllt. Das DVT läuft - auch in unserer Abwesenheit.

Anschliessend stellt Prof. Lobeck die Verbindung zur bereits installierten SATMED-Antenne her. Künftig verfügen wir also über schnelles Internet und können Befunde zu Hause am PC beurteilen.


Hartmut hat in den letzten Jahren beim Aufbau einer funktionsfähigen Pathologie in Asmara Erstaunliches erreicht und neben der Anschaffung der wichtigsten Geräte und der Einarbeitung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Anbindung an SATMED organisieren können.

Donnerstag gegen 17:00 treten wir etwas müde aber zufrieden zu Fuß den Heimweg zu unserem kleinen SunShine Hotel an und freuen uns auf einen netten Abend beim Chinesen mit Hartmut und Gattin, Martin und Uli.

Vielleicht ist danach vor der anstrengenden Rückreise noch etwas Schlaf möglich. Um 01:00 Uhr wird Adem uns abholen und zum Flughafen bringen

Dr. Ulrich Markmiller





Medcare for People in Eritrea: Einsatz vom 3. März bis 9. März - Neuer 3-D-Volumen-Tomograph installiert

Eine wichtig Arbeit ist liegen geblieben bei unserem Einsatz im Dezember 2017: die Installation des 3-D-Volumentomographen. Das haben wir jetzt nachgeholt.


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Ärztlicher Einsatz 2016 (Einsatzbericht)

Eritrea26.pdf

Einsatzbericht April / Mai 2017

Es ist wieder soweit. Nach intensiver Vorbereitung sind Charly Seibert, Manfred Haines, Werner Piroth und Gotthard Kluger am Samstag 22.04. mit Egyptair nach Asmara gestartet. Sie sollen in den nächsten Tagen alle Innentüren im neuen OP-Zentrum einbauen.

Wenn am Freitag 28.04. der 2. Teil der Truppe ankommt muß das erledigt und zudem auch noch alle Räume gekehrt und gesaugt sein, damit Peter und Dominik den Kunstharz-Boden aufbringen können, der bis auf Sockelhöhe an den Wänden hochgezogen wird.

Unser Flug, ebenfalls mit Egyptair, ist ruhig, der lange Stop in Kairo geht auch vorbei. Bei der Ankunft In Asmara um 04:00 morgens dauert wieder mal die Paßkontrolle ewig, dafür ist das Gepäck schon da und Adem wartet bereits an der Ausgabe.

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Handwerker-Einsatz in Asmara vom 04.01.2017 bis 14.01.2017

Reisebericht


Reise nach Asmara vom 04.01.2017 bis 14.01.2017
Zweck der Reise:
Fortsetzung der Umbaumaßnahmen am neuen OP-Zentrum der HNO-Klinik in Asmara.
Entladen von zwei Containern, die u.a. das Kunstharz für den Boden, die OP-Schiebetüren, OP-Leuchten, und Deckenmikroskope enthalten.


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Medcare for People in Eritrea e.V.

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Prof. Dr. med. Eberhard Stennert

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